Was hindert uns am Blogstart?

Eigentlich ist es doch ganz einfach: einen Blog anlegen, Thema festlegen, schreiben, veröffentlichen.

Aber in der Realität ist es doch komplizierter. Zuerst muss die Geschäftsführung überzeugt werden. Bloggen ist dort meistens ein blinder Fleck. Kommunikation außerhalb der Fortbildungsveranstaltungen wird meist den Kursleitungen überlassen. Ansonsten steht ja alles Wichtige im Veranstaltungskatalog. Einen Kundendialog über einen Blog herzustellen ist eine Haltungsfrage, aber natürlich auch eine Frage des Marketings. Die Frage nach dem Warum haben wir hier thematisiert.

Nehmen wir an, die Leitung stände einem Blog positiv gegenüber: Wer schreibt dann? Ist es eine Person? Soll ein Team diese Aufgabe übernehmen? Das hängt natürlich vom Thema und Konzept ab. Eine Person kann natürlich persönlicher und authentischer kommunizieren. Ein Team ist da häufiger neutral unterwegs. Klar ist: ein Blog braucht Personen als Absender und nicht eine Institution, die gesichtslos kommuniziert.

Eine Person steht allein in der Verantwortung. Für eine neue Aufgabe, die alleinige Verantwortung zu übernehmen, ist schwierig, wenn im Umfeld teils argwöhnisch beobachtet wird. Und lasst uns das nicht wegschieben – Konkurrenzen gibt es in allen Einrichtungen. Sich in diesem Umfeld auf den „heißen Stuhl“ zu setzen, das können nur die Mutigen. Damit das möglich ist, braucht es Vertrauen durch die Geschäftsführung und eine Absicherung. Eine Vereinbarung könnte geschlossen werden, dessen Inhalt die Kommunikationsleitplanken darstellt. Wieviel Freiheit bekommt die Redaktion und was sind die no gos? Blogverantwortliche sollten viel Freiheit bekommen, denn diese Freiheit werden die Leser bemerken. Blogposts, die erst durch die Leitung „abgeschliffen“ werden, verlieren meist an Kraft. Dies sollte auch nicht im kleinen Kämmerlein vereinbart werden, sondern der ganzen Belegschaft gegenüber als Ziel kommuniziert werden. Diese verantwortliche Person braucht also Vertrauen und Schutz. Das hilft nicht gegen möglichen Gegenwind im Kollegenkreis, schafft aber einen freien Rücken.

Ein Team hat natürlich den Vorteil, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Aber die Absprachen sind oft mühselig, die Termine werden nicht eingehalten – einfach ist das auch nicht. Da kann ein Contentplan helfen. Dieser kann den nächsten Monat erfassen, aber sollte auch immer Platz für Spontanes ermöglichen. Das Modell wird gerne genutzt, wenn die Einrichtung über ihre allgemeinen Aktivitäten berichten will. Alle Fachrichtungen dürfen dann mal was schreiben. Allerdings kann der Blog so schnell zu einer Verlängerung der Website führen, da die Perspektive nicht auf die Leser*innen gerichtet ist, sondern auf die Einrichtung. Ob da ein Dialog gelingt?

Was sind Deine Erfahrungen? Über einen Kommentar freuen wir uns. Natürlich auch gerne in unserer Facebook-Blogwerkstatt.

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