Wie anfangen? Überlegungen nicht nur zum Jahresanfang…

(hier schreibt Alexandra)

Und wieder hat ein neues Jahr angefangen, und ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere „jetzt fange ich aber wirklich mal mit bloggen an!“ bei seinen guten Vorsätzen dabei hat. Technisches Handwerkszeug gibt es ja mittlerweile hier bei uns genug – nun stellt sich vielleicht für den einen oder anderen die Frage: Aber wie und womit anfangen?

Selbst hier im Team der Blogwerkstatt sind wir uns nicht immer einig: einfach drauf loslegen oder besser vorher ein Konzept mit genauer Zielgruppenbestimmung machen? Themen suchen oder Themen finden? Schwerpunkte setzen oder einen roten Faden haben?

Ich persönlich gehöre zu den Menschen, die grundsätzlich die Gebrauchsanleitung erst mal weglassen – und sich mitunter darüber ärgern… Aber ich liebe es, Dinge einfach auszuprobieren, und beim tatsächlicen Tun zu lernen!

So waren auch meine Anfänge beim Bloggen durchaus laienhaft und sehr unüberlegt, mittlerweile belächle ich meine ersten Versuche und habe dafür gesorgt, dass so manches Anfängergeschwurbel nicht mehr zu sehen bzw. zu lesen ist. Ich glaube, ich kann durchaus behaupten, dass meine Beiträge im Lauf der Zeit besser werden, dass ich es mittlerweile besser verstehe, das Medium Blog zu nutzen. Ich verfasse einen Blog-Beitrag ganz anders, als etwa einen Artikel für ein Printmedium: Ich liebe die Verlinkungen und Redundanzen, die das Bloggen ja tatsächlich sinnvoll möglich machen, und ich liebe Vernetzung und Verknüpfung, wofür es sicher ein gewisses Gespür und etwas Übung braucht. Anfangs war mir bei weitem nicht selbstverständlich, wie man geeignete Anknüpfungspunkte findet, und habe wild einfach alles und jedes verlinkt. Mittlerweile bin ich etwas behutsamer, aber immer noch eine eifrige Link-Sammlerin, einfach weil ich mir denke: muss man ja nicht anklicken, aber kann, wen es interessiert. Ob die Leserinnen und Leser sich dann verlaufen liegt nur bedingt in meiner Verantwortung, ich gestehe ihnen einfach eine gewisse Mündigkeit zu.

Bloggen ist anders als etwa Texte für eine Website verfassen: nach meinem Verständnis steht bei einem Blog ein Mensch (oder natürlich auch mehrere) im Mittelpunkt. Blog-Texte dürfen durchaus subjektiv sein, der Duktus begeistert und begeisternd. Das Schöne am Bloggen ist ja genau das: „sich etwas von der Seele schreiben können“, also Gedanken und Emotionen einbringen. Und im Idealfall dann sogar Resonanz darauf bekommen, und so Gedanken weiter spinnen, vielleicht sogar gemeinsam.

Wer jetzt einwendet: „Jaja, aber das funktioniere doch nur auf privater Ebene!“ – lasse sich vielleicht so überzeugen: natürlich ist subjetives Schreiben im privaten Bereich zu privaten Themen einfacher, aber wir sind auch im beruflichen Kontext ja immer Subjekt und haben subjektive Empfindungen. Man kann von einer Tagung genauso begeistert sein, wie von einem Urlaub. Ein tolles Gespräch unter Kollegen kann Anlass für einen Blogbeitrag sein, eine Neuentdeckung im Dschungel neuer Bildungsformate, ein besonderes Thema, das ein besonderer Referent auf besondere Weise nahegracht hat.

Als ein sehr willkürlich aus vielen vielen gewähltes Beispielen sei dieser Blog-Beitrag von Christian Spannagel, dem „flippigen“ Mathe-Didaktik-Prof angeführt, in dem er einige Gedanken zur Methode des Flipped Classroom zu Netz bringt, die ihm „schon lange am Herzen liegen“:

Flippig sein wenn’s passt!

Was haltet ihr von seiner Schreibe? Also ich mag sie 🙂

Mein persönliches (rein subjektives) Credo: auch, nein gerade im beruflichen Kontext ist das „Ich“ und seine Meinung wichtig!

Und damit vielleicht auch eine (rein subjektive) Antwort auf die Frage „wie anfangen“ gegeben: loslegen und ausprobieren! Den eigenen Stil kann man nicht suchen, sondern nur finden.

3 Kommentare

  1. Alte Beiträge löschen? Das habe ich mich noch nicht getraut. Zu sehr ist mein Blog auch meine zeitgeschichtliche Reise. Ja, mein Anfang bringt mich heute zum Schmunzeln, es war Mai 2013, der Aufruf zum ersten VHS-MOOC. Gleich mit Video.

    Bloggen im beruflichen Kontext ist einfacher, als viele es sich vorstellen. 3 Jahre habe ich meinen Blog parallel zu meinem Job als Marketingleiter der Hamburger Volkshochschule betrieben. Klar war ich als solcher auch identifizierbar, aber ich habe immer Wert auf meine persönliche Sicht auf die Dinge gelegt. Die Grundlage für diese Parallelität ist die Loyalität zum Arbeitgeber. Es ging mir nicht um Kritik, sondern um konstruktives in die Zukunft denken. Nicht immer ist das auf ungeteilte Gegenliebe gestoßen, aber insgesamt ist es erfolgreich gewesen. Als mittlerweile Selbstständiger ist dieser Drahtseilakt in veränderter Form auch vorhanden.
    Ein Blog für eine Einrichtung braucht sicher viel Freiraum oder einen interessanten kleinsten gemeinsamen Nenner mit all den Verantwortlichen im Betrieb.

    Alexandra, wir sind nicht so verschieden. Auch ich schreibe einfach drauflos. Doch am Ende scanne ich all meine Zeilen auf Wertschätzung. Wenn diese nicht zu lesen ist, habe ich falsch geschrieben.

    http://allesauszucker.wordpress.com

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