Der Grundriss der Blogwerkstatt

Die richtige Einrichtung für deinen Blog-Raum

Ein Blog ist ein Raum

Das Internet ist eine Ansammlung von Räumen. Räumen, die ihrer physischen Eigenschaften enthoben sind. In Räumen sammeln wir Dinge. Wir richten sie ein. Wir laden andere in sie ein. Räume geben uns Geborgenheit. Wir suchen uns Räume, in denen wir uns sicher und willkommen fühlen, andere treffen und mit ihnen ins Gespräch kommen können. Wir brauchen Räume für unsere Grundbedürfnisse als Menschen. Dein Blog kann mit den richtigen Vorüberlegungen ein solcher Raum sein. 

Im Internet können wir unseren Gästen und Freunden keinen Stuhl anbieten oder einen Tee, damit sie sich willkommen fühlen. Sie können ihren Blick nicht über unsere Bücherregale und Möbel schweifen lassen, um sich zu orientieren. Aber wir können Vergleichbares tun. Wir können ihnen ein Gefühl für den Ort geben, an den wir sie eingeladen haben. Wir können sie begrüßen und ihnen Sicherheit geben.

Blog-Räume

Der Grundriss der Blogwerkstatt
Der Grundriss der Blogwerkstatt

Ein Blog ist ein solcher Raum, in den wir Besucher einladen. Einladen, um sich mit einem Thema, das uns wichtig erscheint, auszutauschen. Dazu ist es wichtig, deutlich zu machen, um welches Thema es geht. Bin ich in einem Wohnzimmer oder einer Werkstatt gelandet? Ist es eher privat oder geht es um politische oder um Bildungsthemen? Höre ich einen Vortrag oder führe ich gleich ein Gespräch? Mit diesen unbewussten Fragen kommen Besucher in euren Blog-Raum. Es ist eure Aufgabe als Blogger_innen, mit diesen Fragen umzugehen.

Wie heißt dein Raum?

Eine erste Orientierung geben wir mit dem Namen des Blogs. Ist dieser eindeutig? Signalisiert er direkt, worum es geht, oder ist er mehrschichtig: Blogwerkstatt oder Kleinerdrei. Blogwerkstatt sagt im Namen gleich worum es geht: ein Experimentraum für das Bloggen. Kleinerdrei ist anders geschrieben <3 – in ASCII-Code – ein Herz. Es geht um Herzensangelegenheiten. Das verstehe ich nur, wenn ich <3 übersetzen kann. Oder es macht mich neugierig, weil ich es nicht verstehe. Der Name ist also die erste Einladung. Nur wenn er Besucher_innen, die ich ansprechen möchte, anspricht, lade ich sie auch ein. Dazu muss ich genau wissen, wen ich einladen möchte. Diese Frage ist die erste grundlegende.

Die richtige Einrichtung

Wie richte ich meinen Raum ein? Welchen ersten Eindruck möchte ich machen, wenn meine Besucher_innen das erste Mal meinen Raum betreten? Ist es aufgeräumt, verstecke ich Hinweise, zeige ich alles gleich? Für einzelne Blogschreibende kann diese Frage eine nach der Authentizität werden. Ein vielbeschrieenes Wort derzeit. Zeige ich mich so, wie ich bin, oder nur Ausschnitte oder zeige ich etwas, das ich sein möchte. Letzteres geht auf Dauer auch in virtuellen Räumen schief. Wenn mehrere Menschen einen Blog schreiben, ist es hilfreich, sich vorher im Klaren zu sein, ob es eine gemeinsame Einrichtung geben soll oder ob der Blog auch aus mehreren Räumen bestehen wird, die alle unterschiedlich eingerichtet sind.

Die Blogwerkstatt hat 5 Räume.

Das Steuerungspult am Empfang
Joachim am Steuerungspult

Der Empfangstresen: Joachim ist die Werkstattleitung, er sitzt gleich am Eingang und bedient die Telefonanlage, das Licht, die Musik und begrüßt die Eintretenden. Sein Raum hat Platz für alle und er spricht mit allen. Er hat die Übersicht. Man kann sich bequem hinsetzen, es gibt immer einen Kaffee. Dafür ist es nicht sehr aufgeräumt und manchmal ist er nicht erreichbar. Joachim ist der Initiator der Blogwerkstatt.

Der Werkraum: Hier ist Susanne die Meisterin. Sie bedient die Technik und kennt sich aus mit den

Der Grundriss des Werkraums
Susanne im Werkraum an der Medienbank

Werkzeugen. Sie pflegt sie und gibt Auskunft zu ihrer Nutzung. Alles ist gut sortiert und übersichtlich. Die Video-Tutorials, wie man einen Blog einrichtet, kommen aus ihrem Werkraum.

Der Kreativraum: Alexandra hilft beim Umsetzen der Ideen. Sie unterstützt die Ideenfindung und gibt Impulse. Haben die Besucher eine Idee entwickelt, schickt Alexandra sie zu Susanne, damit sie lernen, wie sie ihre Ideen mit Hilfe der richtigen Werkzeuge umsetzen, oder sie schickt sie zu Nina, um das richtige Material zum Umsetzen ihrer Idee zu finden. Im Kreativraum kann man sich länger aufhalten (in den Seminaren) oder man schaut gelegentlich für ein Gespräch vorbei. Alexandra hat unsere Fortbildungsreihe konzipiert und setzt diese um.

Der Materialraum: Nina hütet die Materialien. In diesem Raum ist es bunt, voll und inspirierend. Hat man keine Idee, könnte es ein bisschen unübersichtlich sein. So wie in einem Baumarkt, wenn man eigentlich nicht weiß, was man bauen möchte. Das kann inspirierend sein, aber auch verwirrend. Aber es gibt ein großes Sofa und die Möglichkeit, Materialien in Ruhe anzuschauen und auszuprobieren. Nina stellt Fragen und regt zum Denken an, sie teilt ihre Gedanken und moderiert kleinere Gruppen beim Erfahrungsaustausch.

Die Cafeteria: Hier treffen sich alle, die Kaffeemaschine surrt und man hört die Besucher sich unterhalten. Man kann in Gespräche eintauchen oder auch nur ein bisschen lauschen oder Fragen stellen. Wir haben die Cafeteria auf Facebook ausgelagert. Hier lässt es sich besser reden.

Natürlich besuchen wir uns auch gegenseitig in den Räumen. Es gibt keine strikte Trennung. Es ist vielmehr eine innere Sortierung, die uns und dadurch auch den Besucher_innen zur Orientierung dient. Durch die Einrichtung der Räume definieren wir, wen wir einladen. Alle Räume zusammen sind die Blogwerkstatt.

 

Welche Räume soll euer Blog haben? Wen möchtet ihr einladen?

 

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