Guidelines

Manchmal ist es gut, sich nicht allzugleich Gedanken über das eigene Handeln zu machen, sondern einfach zu machen. Diese Haltung passt zu mir. Ich denke nicht in Worstcase-Szenarien und vertraue, dass schon alles gut gehen wird.

So habe ich 2013 meinen Blog „allesauszucker“ angefangen. Ich war Angestellter der Hamburger Volkshochschule und habe privat über meine Ansichten zu 

Weiterbildung und Zukunft der Volkshochschule geschrieben. Erst als zaghafte „Beschwerden“ über meine Beiträge im Blog, auf XING oder Twitter an unsere Geschäftsführung herangetragen wurden, habe ich meine Rolle aus Sicht der Institution überdacht.

 Was mich vor echten Konflikten bewahrt hatte, war der Umstand, dass ich in all meinen Beiträgen loyal zu meinem Arbeitgeber stand. Das war wichtig, denn es war immer bekannt, wo ich arbeitete. Zwar schrieb ich, dass es sich bei meinen Beiträgen um meine private Meinung handelte, aber die Öffentlichkeit macht diese Unterscheidung nicht immer. Wer immer seinen Arbeitgeber zu erkennen gibt, ist automatisch auch ein Botschafter des Unternehmens. Früher war es wenigen Menschen im Unternehmen möglich, für das Unternehmen zu sprechen: meist Kollegen der GF oder aus dem Marketing. Heute kann es jeder MItarbeiter über die sozialen Netzwerke. Das ruft nach neuen Regeln.

 Einige Spielregeln im Umgang mit Social Media Kanälen können Dich unterstützen. Für diese Situation sind die sog. Social-Media-Guidelines gedacht. Dort wird der Rahmen der SocialMedia-Aktivitäten definiert. Sie können als Leitplanken für Deine Texte funktionier
en. Loyalität zum Arbeitgeber, respektvoller Umgang mit anderen Menschen,  Verschwiegenheit und Pflicht zur Wahrheit sind nur einige wichtige Spielregeln. Die deutliche Unterscheidung von privater- zur dienstlichen Meinung gehört auch dazu.

 Es gibt zahllose gute Guidelines für unterschiedliche Unternehmensformen oder den öffentlichen Dienst. Am Ende werde ich hierzu einige LInks einfügen. Was in der Umsetzung zu beachten ist: diese Betriebsvereinbahrung muss von der Geschäftsführung, der Leitung oder dem Vorstand unterschrieben sein. Dort, wo ein Betriebs- oder Personalrat im Amt ist, sollte er unbedingt mit einbezogen werden. Oft werden die Guidelines dadurch erst gültig. Vor Inkrafttreten ist es weiterhin ratsam, die Kollegen zu kontaktieren, die bereits in sozialen Netzwerken aktiv sind. Erst wenn alle Beteiligten die Guidelines unterschreiben können, kann eine fruchtbare Kommunikation nach außen und innen entstehen. Es geht dabei nicht darum, die Meinung der GF nachzuplappern, sondern die eigene Meinung mit entsprechendem Respekt vor Andersdenkenden auszudrücken. Ob die Unternehmensleitung die Souverinität mitbringt, unterschiedliche Meinungen auch öffentlich zu diskutieren, sollte vorher geklärt sein. Auch das gehört in die Guidelines.

 

https://www.social-media-guidelines.nordkirche.de

Sehr konkrete Beschreibung. Taugt sicher für die Erarbeitung eigener Guidelines.

 

https://upload-magazin.de/blog/20673-social-media-guidelines/

Falk Hedemann hat im Upload-Magazin umfangreich das Thema beleuchtet.

 

https://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/social-media-guidelines-unternehmen/

Kerstin Hoffmann schreibt nah an der Praxis. Wer sich hier etwas einarbeitet, bekommt auch einige Tipps im Umgang mit den unterschiedlichen Perspektiven. Sie verlinkt auch auf einige Guidelines.